so exhausting being me

Freitag, 20. Februar 2009

Im Jetzt, I

Allmählich könnte man sagen, ich komme an in der Stadt.

Hier eine Verabredung zum Kaffee, da in einen Poetry Slam, ein Bier zwischen zwei Momenten, in denen man sich zum ersten Mal wirklich in die Augen schaut. Tausend e-mails zu beantworten und hinter jedem ein unbekanntes Gesicht und tausend peinliche, kommende Situationen. Das alles pumpt mir Adrenalin in einem steten Fluss gegen die Schläfen und in meinen Ohren rauscht es nur noch. Werde ich jemals ein Gefühl vom Jetzt erhalten?
Irgendwie bin ich immer entweder hinterher oder vorraus.

Tagelang wünscht man sich Aufregung und Kurzweil und dann hat man Angst vor jeder Begegnung, vor jeder Zuneigung wie auch Ablehnung. Werde ich soziophatisch?

Auf dem Laufband frei fühlen, inmitten der schönen Hüllen um mich herum und der ganzen Luft, die nach Solarium und Chlor riecht, hab ich kurz vergessen, wie schwer es ist, das zu kriegen was man will oder überhaupt herauszufinden, was man will. Aber nur kurz. Solange die Beine anstandslos mitmachten.

Das Leben ist ein Traum, fällt mir ein. Und nicht, weil ich das Wort Traum mit solcher Schönheit verbinde, sondern gesehen als so eine Art David-Lynch-Film. Ich stolpere von einer absurden Situation in die andere, weil ich mir vorschreibe, dass das alles so laufen muss und sein sollte und mich glücklich macht, dabei ist alles nur ewig und immer Beschäftigungstherapie. Hinter irgendeiner Türe spielt ein Schwein Blockflöte und ein leeres Gurkenglas übt Seilspringen. Nur nicht denken! Man fülle das Vakuum mit Zuckerwatte.

Selbst die richtigen Worte gehen im Strudel unter.
RUHE IM GERICHTSAAL!
Aber die Gehirnwindungen prügeln sich weiter auf die Fresse.
Aber egal.
Weiter.

Samstag, 16. August 2008

Homecoming queen

Ich sitze auf der terrakottafarbenen Velourcouch meines Heimaturlaubs am Ende der Zivilisation, meine Mutter in Unterhosen und T-Shirt, die Beine unrasiert, kommentiert den Georgienkrieg: "Dass der Russe immer mehr will, dabei gehört ihm doch die halbe Welt." Der Schwäbische Dialekt macht die Aussage noch wahnwitziger. Ich sinke tiefer in die Couch aus Watte. Wann hat sie angefangen so muffig zu riechen und nicht mehr nach neuem Auto und Febréze? Ich stopfe unaufhörlich Kartoffelsalat in mich hinein und zappe mich durch die Programme. "Stopp!", sagt meine Mutter als ich bei "Genial daneben" ankomme. Cindy aus Marzahn sei so authentisch, meint sie, die schaue sie gern. Mir hängt ein Stück Kartoffel als Kropf im Hals. Ich schlucke.
Ich weiß nicht so genau warum ich nicht hier ankomme, diesesmal. Warum ich I. Im Eiscafe gegenübersitze, und mir nichts einfällt zu sagen außer: Weißt du noch damals? Und selbst das, tausend mal gesagt, die Verklärung der Vergangenheit hat ihren Zenit bereits überschritten. Ich bin müde. Mit Tim schaue ich einen schlechten Film mit Nicholas Cage, er findet ihn gut. Ich lächle, ein Konsens hätte auch irgendwie nicht ins Bild gepasst. Die zweite Freundin rufe ich an und lege wieder auf, beide sind wir insgeheim froh darüber, dass wir keinen Termin gefunden haben, in der Zeit in der ich da bin. Die beiden anderen konnten gar nicht erst kommen. Keine Zeit. Wir verschwinden ,denke ich und erkenne mich auf den alten Bildern nicht wieder. Dabei trage ich die Haare gleich.
Was wid noch von uns übrig sein, wenn wir uns an Weihnachten, am Fest der Liebe wieder sehen? Ich sehe uns schon sitzen, in der dampfenden Schokolade rührend, die die einzige Wärme im Zimmer abgibt und höflich, förmlich über alte Zeiten plaudernd, achja, immer die alten Zeiten.
Ich bin alt geworden, denke ich wieder und suche im Spiegel nach Falten, der pubertäre Pickel über der linken Augenbraue will nicht dazugehören, hängt als Separatist ins Bild. Die graue Haut spannt sich über Gedankenberge und wirft Wellen gegen das Vegessen. Ich klatsche mir Wasser ins Gesicht, immer wieder, aber die Angst lässt sich nicht wegspülen.

Mittags saß ich im Garten und scheiterte bei dem Versuch Urlaub zu machen.
Nichts als das Summen der Fliegen, nichts als das Plätschern des Gartenteichs. Sonst:Stille. Ich lebe, denkt mein Herz und sehnt sich die Finger zwischen die Beine, die Schokolade in den Mund, den Alkohol in die Adern. Ich sterbe, sagt mein Herz und wünscht sich Porenlosigkeit, Body-Lotion-Glätte, Parfumgeruch, Ariel ATMUNGSAKTIV.

Freitag, 15. August 2008

Die Prophezeiung

Heute fand ich auf dem Boden meiner Milka Naps Schachtel eine Trivial Pursuit Quizkarte. Eine Frage lautete: Wie bezeichnet man in der Fachsprache Übergewicht? Antwort: Adipositas
...
...
(...)
SOLL DAS EINE WARNUNG SEIN??? Ich meine..die wissen schon, dass das geschäftsschädigend ist? Ich jedenfalls esse meine Naps nicht mehr von Milka, wenn die dick machen..dann geh ich halt zu Lidl ;P

Mittwoch, 23. Juli 2008

Für den Rest meines Lebens...

Die letzte Klausur hinter mir für dieses Semester. Und nun? Dasselbe leere Blatt wie jeden Sommer, wie jeden Winter und wie im ewigen Herbst meines Herzens. Dasselbe leere Blatt.
Wenn die Chance durch den Briefkasten flattert. Die mögliche Zusage. Literaturwissenschaft. Eine Möglichkeit, eine unglaubliche Möglichkeit.
Aber...
ICH KENNE MICH NICHT
oder ich kenne mich längst und bin unfähig mich zu ändern.
WAS MACHE ICH DANN????
Bio abbrechen, Literatur studieren? Doch bei Bio bleiben, weil ich es kann, weil es geht, weil ich in der gehobenen Mittelklasseleistung gut zurecht komme oder springe ich ins kalte Wasser? Was wenn es das nicht ist?
ICH WERDE VERRÜCKT und lerne meine erste Lektion über wichtige Entscheidungen: Sie sind schwer zu fällen!
Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht. Un weil ich unfähig bin zu glauben, und nie wissen werde, sitz ich ewig ich armer Thor und bin so klug als wie zuvor...

Samstag, 19. Juli 2008

...

Was muss die Welt langweilig sein, wenn man mit 18 einen Porsche hat.

Freitag, 30. Mai 2008

ONE TWO THREE FOUR FIVE SIX SEVEN EIGHT AND ONE TWO...

Anhand meiner letzten Texte erkannt, dass ich bin wie Judith Holofernes, ich nehme mich ultrawichtig und ultraernst, obwohl nur am scheiße erzählen...
Meine Güte, da muss was passieren.
Revolte gemacht, im studivz aus drei "coolen" Gruppe ausgetreten, dafür in eine uncoole ein: "Mondän und gepflegt Hurensohn und Alter sagen" Gruppen zur Rechtfertigung eigentlich furchtbar peinlicher Dinge begrüße ich stets, speziell wenn diese Dinge mir zueigen sind. Selbstkritik untergraben...genau mein Ding. Ich sollte die Gruppe gründen: "Sich selbst zu ernst nehmen wie Judith Holofernes von den Helden und trotzdem gut aussehen." Die Leute in den angesagten studivz Gruppen sehen ja ständig zu allem auch noch gut aus.
Apropos gut aussehen, wenn ich schon dabei bin jetzt doch meine Selbstirone der Weltöffentlichkeit (love Größenwahn) zur Schau zu stellen, hier ein kleiner Einblick in meinen Tag:
Hab mich heute in Intervallen beschäftigt, genaustens durchgeplanter Tag: Vom Bett aufstehen, Küche Kaffee machen, an den Schreibtisch setzen, vom Schreibtisch aufstehen, ins Bett gehen.
Hat natürlich nicht geklappt, dazwischen mehrfach vor Schmerzen geschrien, vor Unwucht umgekippt und vor Lachen geweint.
Grund: Gestern Abend meine neu erworbene Tae Bo DVD eingeweiht -- Billy Blanks Bootcamp --. Lassen wir das kurz in unseren Geist sinken. Ich möchte an dieser Stelle jetzt lieber nicht erklären, weshalb ich diese DVD besitze und genauer, weshalb ich sie tatsächlich benutzte. Fakt ist: Ich tat es.
Nachdem ich mir die beiden der DVD beigefügten Hundemarken mit der Inschrift Trust and Truth um den Hals gehängt hatte (ich wollte möglichst authetisch auf mich selbst wirken), mich in meine Sportklamotte (behelfsmäßig zusammengewürfeltes Outfit, hauptsächlich bestehend aus Klamotten von meinem Mitbewohner) geschmissen hatte und die DvD losdudelte, fand ich mich 45 Minuten später am Rande des klinischen Tods, am ganzen Leib zitternd, um Wasser bettelnd und mit meiner Raucherlunge um die Wette keuchend auf meinem Parkettboden wieder, der im übrigen für knieende Tätigkeiten denkbar ungeeignet ist. Von der Armada an demütigenden Gesten, Figuren und Tätigkeiten, die ich und Billy Blank (MOVE IT, MOVE IT, AND COUNT IT, CAN YOU FEEL THE TENSION?!?) mich zwangen zu erleiden ganz zu Schweigen, erfahre ich nun, am Tag danach den absolut schlimmsten, katastrophalsten Muskelkater, den die Welt je hervorgebracht hat.
Im Ernst, die US-amerikanische Regierung könnte sich Milliarden Kriegsführungsetat im Finanzhauhalt gänzlich sparen, wenn sie Vervielfältigungen dieser DVD an jeden islamischen/muslimischen/saudiarabischen (füge hier ein:anderes Chiffre für ölbesitzend) Haushalt der Welt schickte. Wenn die das alle machen würden..niemand könnte mehr Krieg führen! Außerdem würde einen das Gewicht des Selbstmordsprengstoffs in die Knie zwingen, ach was rede ich, die gepeinigten Nackenmuskeln würden nicht einmal mehr das fundamentalistische Gedankengut tragen können und es abwerfen...Friede auf Erden dank Billy Blanks Tae Bo Boot Camp. Es lebe die Knechtschaft der Moderne.
Im Ernst, ich hab sogar Muskelkater wenn ich meine Zehen spreize...das is doch nich normal für ne Bank.
Stoßgebet an Gott:
Lieber Billy,
Ich hasse meinen Hüftspeck, meinen Bauchspeck und meine Zellulite an den Oberschenkeln. Ich kann meine Knie nicht leiden und meine Oberarme winken mit. Meine Wadenfläche entspricht etwa der landwirtschaftlichen Nutzfläche von Kasachstan und meine Wangenknochen würde ich auch mal gerne kennenlernen. Und warum tue ich das alles? Weil du der Welt und ihren Bewohnern eingeredet hast, man müsse irgendwie in allem wie Kate Moss sein. Vor allem figurtechnisch und styletechnisch, achja und liebestechnisch, ach und auch natürlich noch coolnesstechnisch.
Deine Nina

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